Reicht mir Glasfaser mit 200 MBit?

Reicht mir Glasfaser mit 200 MBit?


Bedeutet im konkreten Fall aber nicht in beide Richtungen. Für nahezu alle Anbieter gilt die Faustformel man hat im Upload etwa die Hälfte der Download Bandbreite zur Verfügung. Und die ist natürlich auch nicht konstant. 

Im Zuge des Breitbandausbau im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wie auch anderen Orts, werden sich jedoch einige künftige Glasfaser Nutzer sich bei der Beantragung eher für einen 50 MBit/s Anschluss entschieden haben. Sicher auch schon aus Gründen der monatlichen Kosten für den Anschluss. Angesichts der demographischen Struktur im Landkreis und des damit verbundenen Nutzungsverhaltens ist dies auch sicher ein völlig ausreichender Anschluss für die Meisten. Und die ziehen damit dann eigentlich auch nur dem nach, was überwiegend in Lüchow oder Dannenberg Stadt Standard ist und seitens der Telekom schon seit längerem bereitgestellt wird.

Mit einem 1.000 MBits Anschluss dürften sich nur die wenigsten angeschlossen haben. Dies mag auch eher für den gewerblichen Bereich sinn machen, wenn viele PC Arbeitsplätze mit Internet zu versorgen sind. Doch dazwischen gibt es noch zwei Alternativen und zwar der 100 MBit/s und der 400 MBit/s Tarif. Liegt das Glas erstmal ist es nämlich in erster Linie eine Tarif Sache.

Alles in allem ist es ein Rechenexempel und zwar nicht nur allein im Hinblick auf die monatlichen Kosten, sondern vor allem im Hinblick auch auf das, was tatsächlich benötigt wird. Das jedoch schwankt und viele werden ihren tatsächlich Bedarf nicht kennen. Ein Blick in den Online-Zähler des Routers kann da schon etwas Licht ins Dunkle bringen, wie bspw. bei der Fritzbox 7590 im Menü Internet/Online-Monitor/Online Zähler. Wenn Sie diesen schon einige Zeit nutzen, so hat dieser mitgezählt was Sie so in letzter Zeit hoch- und runtergeladen haben. Aussagefähig wird der Onlinezähler aber erst wenn der neue Anschluss zur Verfügung steht.  


Bei einem 400 MBits Anschluss dauert der Download von beispielsweise einem CD-Image (700 MiByte) 15 Sekunden. Doch es wäre ein Trugschluss sich nur daran zu orientieren, wie lange eine Datei im Download im Vergleich benötigt.

 
Und das es um so schneller geht, desto höher die Bandbreite ist, ist ja nun auch soweit logisch. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen bemühen wir uns Erfahrungswerten, die vor allem die Anwendungen in den Fokus nehmen. Also die Frage wie viel MBit/s brauchen Sie lässt sich wohl dann eher so analysieren, weil sich die Last der Nutzer im Netzwerk nur mit professionellen Werkzeugen ermitteln lässt, welche kaum jemandem zur Verfügung stehen:

16 MBit/s - wenige Nutzer oder eher Gelegenheitsnutzer
Wer vor allem alleine das Internet und hauptsächlich zum surfen nutzt und noch etwas mailen und telefonieren will, sich ab und zu einen Film in HD Qualität über das Internet anschaut, der gehört klassisch zu den Menschen die in der Regel mit einem 16 Mbit/s Zugang auskommen. Diese Zielgruppe wird jedoch gerade in Pandemie Zeiten mit nun wachsendem Bedarf der Nutzung von Internetlösungen immer kleiner.

50 MBit/s - ab zwei Personen geht's schon los
In Haushalten mit zwei Personen ist mindestens 50 Mbit/s angesagt. Wird gleichzeitig gesurft geht das Netz in die Knie, bspw. wenn beide Nutzer gleichzeitig über das Internet Videos in Full-HD streamen oder größere Downloads durchführt werden. Mit 50 MBit/s kommen Gamer, die Spiele mit mehreren Gigabyte herunterladen oder online mit anderen zocken schon an die Grenzen des Online-Vergnügens. Hier muss man bereits ein Kenner der Materie sein und sein Netzwerk und den Router gut optimieren können um die Sache noch erträglich zu machen. Kommen die Enkelkinder zu Besuch und wollen im Internet loslegen könnte es sein, dass dies seltene Besuche werden.

100 MBit/s - Familien oder eine WG
Der 50 MBit/s Internetanschluss für eine Familie oder WG ist eigentlich schon zu gering dimensioniert. Videos in Full-HD schauen, während andere Familienmitglieder ebenfalls streamen wird zunehmend zur Herausforderung. Zudem darf man nicht vergessen, das die Entwicklung der Internetanwendungen immer mehr Bandbreite fordert. Was gerade noch so läuft wird in Zukunft zur Qual. Ein Beispiel ist die Online Spiele Plattform STADIA. Hier werden pro Nutzer/Gamer mindestens 10 MBit/s vorausgesetzt, doch dabei ist an Spiele mit Online-Freunden und das Thema 4K nicht zu denken. jetzt sollte man mindestens 100 Mbit/s Anschlüsse planen bzw. buchen. Der 100 MBit/s Connect wird auch das sein was die Meisten benötigen und auch zu diesem Anschluss würde ich persönlich raten.

200 MBit/s - ganz anders in Sachen Unternehmen und Power-User
Viele träumen eher davon Power-User zu sein, die wenigsten sind es tatsächlich. Doch wer zur Freak-Show gehört ist gleich zu setzen mit einem ganzen Unternehmen und wird auch mit 100 MBit/s nicht mehr auskommen. Aber auch wer YouTuber ist oder umfangreiche Bilder oder Videos hoch lädt wird die 50 MBit/s im Upload schon zu wenig finden. Wer sich für einen 200 MBit/s Anschluss entscheidet hat höhere Ansprüche an seinen Internetanschluss. Benötigt viel Bandbreite ggf. auch aus beruflichen Gründen oder es handelt sich um Unternehmen, welche häufiger größere Datenmengen ins Internet stellen müssen. Backups in die Cloud schicken oder dergleichen!

400 MBit/s - hier kommt Alles zusammen
Kommen wir nun zu dem großen Fragezeichen aus der Überschrift zu diesem Beitrag und betrachten wir den 400 MBit/s Anschluss. Hier kommt einiges zusammen. Mehrere Power-User, umfangreiches Smart-Home, eine Familie mit vier und mehr Personen und 4K Videos streamen oder Power Gaming alla STADIA und so weiter. Zudem Home-Office mit umfangreichen Online-Anwendungen, selbst live ins Netz streamen. Einen hochperformanten Server in der Cloud nutzen und so weiter. Sie glauben Sie gehören zu dieser Gruppe? Möglich aber eher ein seltener Fall. Wenn dann aber 400 MBit/s! Das ist übrigens vergleichbar mit LTE Nievau in Sachen Mobilfunk.

1.000 MBit/s - dann brennt die Hütte
Viele Nutzer und umfangreiche Webanwendungen? Wer die 1.000 MBit/s ordert sollte diese auch brauchen und das ist der Fall, wenn man bspw. mehr als 50 Nutzer im Office ins Netz schickt. Zumal jetzt auch noch genau zu prüfen ist, ob die Technik im Netz hier mithalten kann. Eine alte LAN Verkabelung könnte schon eine Show-Stopper sein. Also wenn dann richtig ist hier die Devise! Daher dürften es nüchtern und sinnvoll gesehen auch nur ganz ganz wenige sein, die sich diesen Tarif auswählen. 

Für die neuen Glasfaser Anschlüsse im Wendland bietet der Anbieter DBN Bandbreiten von 50 bis 1.000 MBits:

Dabei ist der alte Marketing Trick immer noch aktuell, die Anschlüsse logisch nach dem zu benennen was am Meisten hermacht. Die Download Rate! Das kennen wir spätestens seit DSL. Da gab es zu Beginn noch die klare Unterscheidung zwischen ADSL und SDSL. Also symmetrische und asymmetrische Verfahren. Für beide Technologien ist charakteristisch, dass die Bandbreite zum Teilnehmer (Downstream) wesentlich höher ist als in der Gegenrichtung (Upstream). Beim SDSL Verfahren konnten Nutzer bei einigen Providern aber beantragen, dass Up- und Downstream gleich waren, wenn dann auch die verfügbare maximale Bandbreite insgesamt geringer ausfiel.

Fazit:
In der Regel sollten die meisten Haushalte mit weniger als 400 MBit/s gut auskommen. Wer sich für einen Anschluss mit 100-200 MBit/s entscheidet ist in der Regel gut bedient und letztlich bleibt abzuwarten wie sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren entwickeln wird. Da ist noch einiges möglich. Doch bevor wir uns im Detail ansehen können ob der bestellte Anschluss auch reicht müsste dieser erst einmal auch da sein. Und das genau ist aktuell das viel größere Problem!