Breitband kommt vieler Orts. Nahtloser Übergang vom Speedport Hybrid auf die Fritzbox!7590. So geht's!

Ich hab es euch versprochen und hier ist mein Beitrag mit dem ich hoffe euch gut auf den Umstieg auf den neuen Breitbandanschluss vorzubereiten!

In vielen ländlichen Bereichen hat die Deutsche Telekom in Sachen schnelles Internet ein eher mageres Bild abgegeben. Insgesamt wissen wir, dass die Privatisierung seinerzeit der Deutschen Post/Telekom politisch und wirtschaftlich geschuldet, aber letztlich für die Verbraucher eher zum Nachteil war. Dazu könnte ich mich nun wahrlich auslassen, doch das spare ich mir, denn darum geht es hier nicht.

Menschen die auf dem Land leben fühlen sich zu Recht vom Fortschritt regelrecht abgehängt. Und die Gemeinden und Landkreise bessern nun nach so gut es geht. So gut es geht in Punkto Breitband Kompetenz und finanziellen Mitteln. Jetzt ist Licht am End des Tunnels in Sicht. Ich meine nicht das wir in Deutschland bald kein Breitband Schlusslicht mehr sind. Nein, dies wird sich in absehbarer Zeit dadurch noch nicht ändern.

Also Schluss der Prosa und ran an die Praxis. Worum es nun hier geht ist, dass es im Zuge eines Wechsels ein paar unsichere Faktoren gibt. Speziell beim Umstieg von dem Einen auf den anderen Anbieter. Und da können Sie etwas tun, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind!

Ja - Sie haben das Recht Ihre Rufnummer mitzunehmen und ja, die Telekom muss solange der neue Anbieter nicht aufgeschaltet hat den Anschluss aufrecht erhalten. Siehe auch Infos der Regulierungsbehörde für Telekommunikation (Bundesnetzagentur).

Aber jetzt zum eigentlichen Thema:
Zumindest, wenn auch halbherzig hat die Telekom eine technische Lösung bisher geliefert. Eine mit der sie Kunden auch in schlecht versorgten Regionen etwas helfen konnte. Dies nannte sich Speedport Hybrid und ist eine Kombination aus DSL und LTE.

Vorausgesetzt LTE Empfang ist ausreichend vorhanden. Denn eigentlich surfen Sie mit LTE heute in den ländlichen Bereichen schneller als mit einem DSL Anschluss (ggf. mit maximal 2 MBit/s, wenn überhaupt). Doch diese Lösung ist eine Mogelpackung! LTE ist dabei kein "on top", sondern wird gedrosselt. Hätten Sie alleine eine Fritz!Box mit LTE ohne DSL Anschluss, so wären Sie selbst mit einer Telekom Daten Karte (allein via LTE) wohl schneller unterwegs. Die Technik wie der Speedport Hybrid war bzw. ist zwar eine Lösung, doch die Zuverlässigkeit des Systems ist nicht berauschend. Stabil funktioniert das Ganze ebenso wenig, wie es Ihnen Möglichkeiten für individuelle Einstellungen verwehrt, wie dies andere Router erlauben.

In einigen Landkreisen, wie hier in Niedersachsen kommt nun für viele Haushalte Breitband in Form von Glasfaser. Wie beispielsweise im Landkreis Lüchow-Dannenberg. In dem Fall durch einen privaten Anbieter und der nennt sich DBN.

Netzausbau Detail Karte der DBN (Quelle: DBN Website)
Mit Hochdruck und unter enormen Kosten Einsatz vergräbt der Anbieter zunächst Leer-rohre die er von seinen meist neuen Verteilern zu den Haushalten führt. Von diesen Verteilern aus kann der Anbieter dann in einem weiteren Schritt die Glasfaser durch das Leerrohr schießen. Es wird genauer gesagt mittels Luftdruck eingeblasen. Wer es sich mal ansehen möchte, wie ein solcher Netzausbau stattfindet, der findet [hier] ein recht schönes Erklär-Video auf YouTube! Danke dafür!

Was ist der Speedport Hybrid eigentlich?
Grob gesagt ermöglicht der Speedport als Hybrid Lösung DSL in Kombination mit LTE. Das kann auch eine Fritzbox so nicht. Dort können Sie zwar einen Surfstick einstecken und dem Router ein reguläres Netz vorgaukeln, aber der gleichzeitige Betrieb mit DSL funktioniert nicht! Dennoch ist eine Speedport Hybrid kein vergleich zur Fritz!Box. Es gibt Fritzboxen die besonders für den Betrieb mit LTE als Anbieter-Zugang geeignet sind. Mit der richtigen LTE Karte, also einem vernünftigen Tarif im Gepäck erreichen Sie dann ggf. sogar 100 MBits. Auf jeden Fall mehr als beim Speedport Hybrid möglich ist. Das liegt daran, dass die Telekom die Info von diesem Router und der genau dazu passenden LTE Karte hat (eine beliebige LTE Karte im Speedport funktioniert nicht), um Ihnen im LTE Netz die Power zu drosseln.

Speedport Hybrid Telekom
Der Speedport kommt aus dem Hause Huawei, wie viele Router und Netztechnologie der Telekom. Das ist aktuell allein schon besorgniserregend, betrachten wir uns den Handelsstreit zwischen den USA und China. Also grob gesagt gleicht der Speedport eine schlechte DSL Verbindung mit Zusatz LTE im Rucksack etwas aus. Die Telekom möchte aber ihre Mobilfunkkunden nicht benachteiligen und so dürfen die Speedport Hybriden nicht abfordern was möglich wäre. So der ein oder andere LTE Sender wäre auf dem Land schnell unter Voll- und Dauerlast! Durchreisende Mobilfunknutzer könnten sich ggf. in der betroffenen Zelle nicht mehr einloggen bzw. müssten sich die Bandbreite der Zelle massiv mit den Heimnutzern teilen. Ein Indiz auch für die nicht optimale LTE Technik der Telekom im Funknetz ist.

Doch der wohl massivste Nachteil sind die mangelnden Möglichkeiten, die ein Speedport so bietet. Das fängt schon mit dem Thema der Vergabe fester IP Adressen an und auch sonst ist das Konfiguration-Menü nichts was jemanden wie mich in Begeisterung versetzt.

Nun haben wir die Ausgangssituation auf dem Lande, dass wir hier einige Kunden haben, die den Speedport Hybrid aktuell nutzen und in Kürze oder auch in einigen Monaten freudiger Erwartung sein dürfen einen Breitbandanschluss in Form von Glasfaser zu erhalten. Ein solcher Umstieg gerade auch durch den Austausch von Kernkomponenten, wie dem Router ist dann schnell eine anstrengende Herausforderungen für viele Nutzer.

Damit Sie am Tag X keinen Herzinfarkt durch Konfigurations-Stress erleiden, haben Sie ggf. die Möglichkeit Ihren neuen Router schon vorab zu erhalten. Bei mir war die DBN beispielsweise so freundlich mir meinen neuen AVM Router vorab zuzuschicken. Insgesamt für rund 160,00 Euro. Also Preisvorteil durch den Anbieter-Nachlass genutzt!

Viele Breitband Anbieter setzen für Ihre Kunden (obgleich freie Routerwahl) bevorzugt die Fritz!Box von AVM ein. So denn, den Typ 7590. Und das ist durchaus auch sehr gut so. Immerhin handelt es sich um das Flag-Schiff von AVM! Dieses Ding ist wirklich cool. Mal ganz abgesehen vom neuen FritzBox Design. Dieser Router bietet umfangreiche Möglichkeiten. Doch halt - die Glasfaser kann hier direkt ja gar nicht angeschlossen werden. Richtig! Ihr Breitbandanbieter liefert Ihnen zwar Glasfaser bis ins Haus, doch in der Regel geht es dann doch wieder auf Kupfer.

Es gibt auch AVM Router an denen die Glasfaser direkt angeschlossen werden kann, doch die ist in der Regel nur für Netzbetreiber zu haben. Doch das ist nicht der Grund dafür. Es ist schlicht der einfachste und auch der geschickteste Weg Sie zu versorgen. So ist die Integration bestehender Netze die Kunden innerhalb des Hauses haben meist ein Kupfer LAN. Also weit verbreitet.

Kurz um: Sie brauchen in der regel kein Glasfaser Netzwerk im Haus zu verlegen. Betrachten Sie sich vielmehr einmal was WLAN Netzwerke heute gegenüber herkömmlichen Kupfer LAN Netzwerken leisten. Das Meiste bei Ihnen wird sicher ohnehin über WLAN laufen. Ihre Computer sollten nicht zum Flaschenhals werden. Prüfen Sie doch schlicht mal welche Anschlüsse Sie am Rechner haben und was diese überhaupt leisten können. Die meisten Notebooks heute laufen in Sachen WLAN beispielsweise auf dem Standard IEEE 802.11ac! LAN gibst im Gig-Bereich. Das bedeutet schlich man sollte sich mal mit den WLAN-Standards befassen und dies einem LAn gegenüberstellen. Und dann betrachten Sie noch was Ihre Endgeräte überhaupt verarbeiten können. Hier im Vergleich die gängigen WLAN Standards:

IEEE 802.11nIEEE 802.11acIEEE 802.11ad
Maximale Übertragungsrate600 MBit/s6.936 MBit/s7.000 MBit/s
Theoretische Übertragungsrate300 MBit/s1.700 MBit/s3.500 MBit/s
Maximale Reichweite100 m50 m10 m
Frequenzband2,4 + 5 GHz5 GHz60 GHz
Wenn Sie aus anderen Gründen daher nicht unbedingt ein LAN Netzwerk verkabel müssen, dann fahren Sie mit WLAN schlicht besser, denn einige Notebooks und Smartphones haben heute ohnehin kaum noch einen bzw. gar keinen LAN Anschluss. Ein entsprechender Adapter muss über USB dann auch mal die Gig schleudern können! Einfach gesagt, am Besten wird wohl WLAN sein. Rechnen Sie sich das einfach mal selbst aus was am Ende bei Ihrem PC oder Smartphone ankommt und dort auch verarbeitet werden kann! Und denken Sie bitte daran einzuberechnen das Sie sicher mehr als nur ein Gerät im Netz betreiben. Und da ist die Fritzbox im Vorteil dank des Mesh-Verfahren (bedeutet maximale Geschwindigkeit für alle Endgeräte im WLAN).

Fritzbox 7590 von AVM
Warum mache ich mir diese Gedanken. Wenn Sie nicht den Standard Anschluss beim neuen Anbieter bestellt haben, sondern auch nutzen wollen was Spaß macht, dann haben Sie einen Anschluss mit sagen wir mal 400 MBit/s bestellt. Das ist übrigens eine schon ganz magische Nummer. Es wird dann wohl etwa so sein, dass Sie ca. 400 MBit/s im Download und max. 200 MBit/s im Upload bekommen dürften. Wenn Sie vorher einen Speedport Hybrid hatten, dann waren Sie schon oft genug glücklich wenn Sie mal die eigentlich vertraglich zugesicherten 2 MBit/s überhaupt hatten. Nicht selten war das bei mir gar nicht der Fall! 

Genau an diesem Punkt bekommen die Speedport Hybrid geschädigten Telekom Kunden nun das grüne Leuchten (der AVM Fritzbox) in die Augen. Da geht was. Ja dann geht da was!

Also die Tage habe ich meinen neuen Router bekommen und konnte diesen ganz entspannt einrichten. Ich habe ihn einfach hinter den Speedport Hybrid gehängt und komplett konfiguriert, wie ich es möchte und auch dann benötige, wenn mein neuer Anbieter aufschaltet. Dann nämlich brauche ich nur noch die Zugangsdaten des neuen Anbieter einzugeben, den Speedport abzuklemmen - fertig! Und wenn es doch zu Problemen kommen sollte, dann kommt der LTE Stick an der Fritzbox zum Einsatz und versorgt mich weiter (ein guter Tarif sollte dann aber abgeschlossen sein, sonst kann es teuer werden)!

Die Fritzbox hinterm Speedport so geht's:
Den WAN Anschluss der Fritzbox schließe ich einfach mit einem LAN Kabel am LAN2 Anschluss des Speeports an und es kann losgehen.

Speedport Hybrid Anschlüsse

Fritz!Box 7590 Anschlüsse

Hier das Tandem
Mit etwas Tricksen läuft die Fritzbox nun mit allen Endgeräten inkl. DECT, VPN und sogar einem nochmals dahinterhängenden WLAN Repeater einwandfrei. Auch die Telefonie und auch der USB Storage sind kein Problem. Den zweiten USB Anschluss der Fritzbox halte ich mir frei für den Fall doch noch einen LTE Stick einsetzen zu müssen (Achtung: Nicht alle Sticks können verwendet werden - schauen Sie bei AVM auf der Website nach, welche funktionieren). Und ich nutze auch einen Sipgate Anschluss. Ferner kann ich nun die Vorteile der Fritzbox voll ausspielen, wie auch die ganzen nützlichen Apps von AVM. Siehe [hier] für Android oder (bitte selbst suchen im iTunes Shop) für Apple Geräte Nutzer.

Jetzt könnte ich Ihnen noch die gesamte Konfig der beiden Router im Tandem Betrieb aufdröseln, doch das muss ich nicht. Warum das machen, wenn das schon jemand hervorragend erledigt hat. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Andre Lubensky der sich diese Mühe bereits gemacht hat und dessen ausführliche Anleitung super ist und die Sie [hier] finden können! Dazu nur noch das: Schalten Sie im Heimnetzwerk die nun angezeigte Fritzbox allein auf den Speedport indem Sie alle anderen Geräte (Siehe WLAN Einstellungen) aussperren. Damit vermeiden Sie Konflikte.

Soweit so gut -  nun sind Sie für den Wechsel sicher recht gut vorbereitet. Ich werde Ihnen berichten wie es in Sachen Breitband weitergeht und bis dahin wünsche ich Ihnen noch eine gute Zeit! Wenn Ihnen mein Beitrag gefallen hat, dann würde ich mich über eine kleine Kaffee Spende freuen und (Achtung Werbung) wer Spaß an einer visionären Lektüre hat, dem sei mein Buch empfohlen!

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